Landesverband der Freien und Unabhängigen

in der Kataster- und Vermessungsverwaltung in Rheinland-Pfalz e. V.

Aktuelle Themen – Tarifbeschäftigte, Telearbeit, Altersteilzeit

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Reform der Vermessungs- und Katasterämter hat Fahrt aufgenommen und vom Tempo wurden wir alle überrascht. Vor mehr als einem Jahr sind die Entscheidungen gefallen und seit dem wurde in vielen Gesprächsrunden die Zukunft eingeleitet. Trotz allem möchten wir hier einige kritische Anmerkungen äußern. Nach wie vor sind wir der Meinung, dass die Einführung einer dritten Hierarchiestufe nicht mehr zeitgemäß ist. Die Anzahl der Führungspostionen wurde prozentual stark erhöht. Schon bei der 98er Reform war das Abflachen von Hierarchien ein Ziel. Weiterhin fehlt uns bisher eine Aufgabenkritik, die unseres Erachtens ziemlich am Anfang hätte stehen müssen. Hier wäre es sicher auch sinnvoll, die Ergebnisse des Berichtes des Rechnungshofes, zumindest in Teilen, hinzuzuziehen. Diese Bestandsaufnahme ist bei über 300 Personal-Abgängen unbedingt notwendig. Wir sehen die Gefahr, dass die Aufgaben 1:1 zu Lasten der Restbelegschaft verteilt werden. Die weitere Begleitung der Reform durch die politisch Verantwortlichen ist gerade bei den Problemlösungen für die Standortschließungen wichtig. Aus diesem Grund sollten auch die regelmäßigen Gespräche mit Staatssekretärin Raab weitergeführt werden.

Tarifbeschäftigte

Sehr kritisch ist die Situation der Beschäftigten in unserer Verwaltung. Hier wurden von den großen Tarifpartnern bisher noch keine Ergebnisse erzielt. Da es bisher nahezu keine Ansätze für Vorruhestandslösungen der Beschäftigen gibt, sollten wir uns auch über andere Möglichkeiten Gedanken machen. Die berufliche Förderung der Beschäftigten, die durch den Weggang von 300 Beamten notwendig geworden ist, könnte ein Mittel sein. Ziel muss es sein, dadurch Höhergruppierungen zu erreichen. Weiterhin müssen alle Vermessungsarbeiter, gerade durch die personelle Verkleinerung des Messtrupps und der gestiegenen technischen Anforderungen in die Entgeldgruppe 6 aufsteigen können. Mit diesen Themen muss sich unsere Verwaltung endlich ernsthaft beschäftigen.

Telearbeit

Die Einführung von Telearbeit sehen wir sehr positiv und zukunftsweisend. Sie ist ein hervorragendes Mittel um soziale Härten auszugleichen. Wir sind froh, dass die Politik hier Visionen hat. Wir gehen davon aus, dass dieses Projekt erfolgreich sein wird.

Altersteilzeit

Die Umwandlung der ATZ von Teilzeit in Blockmodell wird nach Auskunft des ISIM zukünftig genehmigt.

Externe Servicestellen

Die Einrichtung von Servicestellen, nach Schließung der temporären Dienstorte, war auch eine Forderung unseres Berufsverbandes. Zum Teil sind Ballungsräume von der Schließung eines Vermessungs- und Katasteramtes betroffen. Hier ist auch weiterhin ein Bedarf am Service unserer Verwaltung. Für die Bürger ist es nach wie vor wichtig eine fachliche Auskunft oder Beratung in ihrer Region zu erhalten. Außerdem können 2 Personen, die diesen Service leisten, ihren Arbeitsplatz in der Nähe ihrer Wohnstätte behalten. In dieser Frage gibt es Unterstützung von politischer Seite. In Teilen der Verwaltung ist man hier unverständlicherweise eher skeptisch.

Außendienst Sammelstellen

Um unseren Außendienst wirtschaftlich durchführen zu können wurde, von einer durch Präsident Didinger beauftragten Arbeitsgruppe, ein Vorschlag zur Umsetzung einer sozialverträglichen und wirtschaftlichen Lösung erarbeitet. Dieser Entwurf liegt im Moment beim ISIM. Die sozialverträgliche Umsetzung dieses Papiers beinhaltet gleichzeitig einen nicht unerheblichen wirtschaftlichen Nutzen, der auch durch eine Kostenanalyse nachgewiesen werden kann. Gerade durch die Personalabgänge sind wir hier auf effiziente Lösungen angewiesen. Leider haben wir aber das Gefühl, dass manche Führungskräfte noch etwas sperrig darauf reagieren.

Natürlich ist es uns bewusst, dass bei der Telearbeit, den externen Servicestellen sowie den Sammelstellen für den Außendienst auch ein organisatorischer Mehraufwand entsteht, der uns aber auch Vorteile bringt. Wir sind uns aber sicher, dass die neu eingesetzten Abteilungsleiter diese Aufgabe meistern werden.

Da unser Berufsverband, und andere Gruppen, sich für die oben genannten Maßnahmen eingesetzt haben, werden wir mit Nachdruck eine Umsetzung fordern.

Beförderung 2013

Im Moment steht die Dienststelle mit dem Bezirkspersonalrat über die Beförderungsmöglichkeiten im Dialog. Nicht in allen Punkten konnte Einigkeit erzielt werden. Besonders schwierig, wie in jedem Jahr erweist sich die Beförderung zur A9s und A9s+Z. Im Januar wird das ISIM die Höhe des Beförderungsbudget bekanntgeben. Dann wissen wir mehr!!!

Für viele Kolleginnen und Kollegen hat dieses Jahr Veränderungen gebracht. Durch den Weggang von über 300 Vorruheständlern oder Mitarbeiter, die die Verwaltung gewechselt haben, gingen für viele von uns langjährige Freunde, Vorgesetzte, sowie Kolleginnen und Kollegen mit denen man ein halbes Leben in der Dienststelle verbracht hat. Besonders die, die durch bestehende Altersteilzeit oder weil sie knapp an der Altersgrenze lagen, nicht in den Vorruhestand gehen konnten, haben das als ungerecht empfunden. Das können wir nachvollziehen, aber an dieser Stelle war die Politik unnachgiebig. Schauen wir nach vorne! Das neue Jahr wird weitere Veränderungen bringen. Gerade jetzt geht es um die Stärkung der Vermessungs – und Katasterämter. Unser Berufsverband ist gut aufgestellt und hat viele jüngere Kolleginnen und Kollegen für unsere Vorstandsarbeit gewinnen können. Wir sind auch im neuen Jahr für Euch da!

Ein recht frohes besinnliches Weihnachtsfest
verbunden mit allen lieben Wünschen, Glück, Gesundheit, Frieden, Hoffnung und Freude für das Jahr 2013 wünscht Euch und Euren Familien der LFU

 

Es grüßt Euch herzlichst

Jürgen Jung

LFU Vorsitzender