Der Landesverband der Freien und Unabhängigen in der Kataster- und Vermessungsverwaltung Rheinland-Pfalz (LFU) führte vom 17. bis 18. April 2026 sein diesjähriges Mitgliederseminar in Bad Neuenahr-Ahrweiler durch.

Wie bereits in den Vorjahren bot die Jugendherberge den passenden Rahmen für intensive Beratungen, offenen Austausch und die inhaltliche Weiterentwicklung der Verbandsarbeit. Im Mittelpunkt des Seminars stand insbesondere die Vorbereitung auf anstehende Gespräche mit der Verwaltungsspitze sowie politischen Entscheidungsträgern in Mainz.
Konkretisierung und Schärfung der Ziele
Ein zentrales Thema war die weitere Konkretisierung und Schärfung der Ziele des LFU. Diese sollen nicht nur in den Gesprächen mit der Hausspitze mit Nachdruck vertreten werden, sondern bilden zugleich die Grundlage für die kontinuierliche Arbeit der gewählten LFU-Mitglieder im Bezirkspersonalrat (BPR).
Zu den wesentlichen Zielen aus dem Wahlprogramm zählen unter anderem die Stärkung der Mitarbeitenden im Zuge der digitalen Transformation, die transparente und verlässliche Ausgestaltung von mobilem Arbeiten und Telearbeit sowie die weitere Modernisierung der technischen Ausstattung. Ebenso im Fokus stehen die konsequente Umsetzung eines Onboarding-Konzepts, regelmäßige Pensionsberatungen durch das Landesamt für Finanzen (LfF), die Förderung einer gelebten Wertschätzungskultur, die Wiederholung der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen sowie die Einführung eines regelmäßigen Vorgesetztenfeedbacks.
In den Diskussionen wurde deutlich, dass insbesondere bei der Einführung der E-Akte weiterhin Unterstützungsbedarf besteht, um alle Mitarbeitenden auf dem Weg der digitalen Transformation mitzunehmen. Gleiches gilt für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz, bei dem eine breite Einbindung aller Beschäftigten als entscheidend angesehen wird.
Bei der technischen Ausstattung bewegt sich die Verwaltung bereits auf einem guten Niveau. Mit der zugesagten Erneuerung der Telefonanlage bis zum Jahr 2027 wird hier ein weiterer wichtiger Schritt hin zu einer sehr guten Ausstattung erwartet.
Positiv bewertet wurde die Möglichkeit, Pensionsberatungen bereits ab dem 55. Lebensjahr in Anspruch nehmen zu können – ein Teilerfolg, der auf das Engagement des LFU zurückzuführen ist. Gleichzeitig besteht weiterhin Handlungsbedarf bei der Weiterentwicklung des Pensionsrechners im LfF. Eine konkrete zeitliche Perspektive liegt hierzu derzeit noch nicht vor.
Die Themen Gefährdungsbeurteilung Psyche und Vorgesetztenfeedback bleiben weiterhin zentrale Anliegen des LFU und haben auch in der Arbeit des Bezirkspersonalrats eine hohe Priorität. Für das Vorgesetztenfeedback wurde inzwischen eine Umsetzung für das Jahr 2027 in Aussicht gestellt.
Nachwuchsgewinnung für den Berufsverband
Der LFU richtet zudem einen verstärkten Fokus auf die Nachwuchsgewinnung im Berufsverband. Im Rahmen des Seminars wurde hierzu ein neuer Flyer vorgestellt, der in Kürze veröffentlicht werden soll. Ziel ist es, insbesondere jüngere Kolleginnen und Kollegen gezielt anzusprechen und für eine aktive Mitarbeit im Verband zu gewinnen. Ergänzend ist eine Einladung zum offenen Austausch in der Mittagspause geplant, um unkompliziert ins Gespräch zu kommen – nähere Informationen hierzu folgen in Kürze.
Ernennung zum Ehrenmitglied
Ein weiterer besonderer Moment des Seminars war die Ernennung von Michael Majer zum Ehrenmitglied des LFU. Der langjährig engagierte Kollege, der sich sowohl im Berufsverband als auch im Bezirkspersonalrat über viele Jahre hinweg eingebracht hat und seit knapp einem Jahr im Ruhestand ist, wurde damit für seine herausragenden Verdienste gewürdigt. Mit dieser selten verliehenen Auszeichnung bedankt sich der LFU für seinen unermüdlichen Einsatz und seine nachhaltige Prägung der Verbandsarbeit.
Führung „Ahrweiler im Wiederaufbau“
Ein besonderes Highlight des Seminars stellte die Führung durch das Ahrtal unter dem Titel „Ahrweiler im Wiederaufbau“ dar. Diese bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, über den eigenen Arbeitsbereich hinauszublicken und eindrucksvolle Einblicke in den fortschreitenden Wiederaufbau der Region zu gewinnen.
Die Landesvorsitzende Birgit Kunz dankte den anwesenden Mitgliedern ausdrücklich für die offenen Diskussionen und den ehrlichen Austausch. Das Seminar habe erneut gezeigt, wie wichtig der persönliche Dialog und die gemeinsame inhaltliche Arbeit für eine starke Interessenvertretung sind.