
Perspektiven
Der Fachkräftemangel hat auch unsere Verwaltung seit einigen Jahren erreicht und die Konkurrenzsituation gegenüber privaten Unternehmen und anderen Verwaltungen ist groß. Verstärkt wirkt sich dies durch den gerade stattfindenden Generationenwechsel und dem langsam anstehenden Abschied der „Boomer“ in Pension und Rente aus. Dies zeigt sich in vielen Bereichen: ob direkt bei der Nachwuchsgewinnung, bei der Besetzung von Stellen im IT-Bereich oder durch den Verlust junger oder auch teilweise erfahrener Kolleginnen und Kollegen an andere Arbeitgeber oder Behörden. Vor allem dem letzten Punkt möchten wir mit unseren Zielen unter der Überschrift „Perspektiven“ entgegenwirken. Wir sollten gemeinsam versuchen unser Arbeitsumfeld so zu gestalten, dass Kolleginnen- und Kollegen gerne und langfristig bei uns arbeiten!
Ausschöpfung Stellenpläne
Die Personalentwicklungsmaßnahme mit der Besoldungsgruppe A13 in der Abteilung 3 der VermKÄ ist ein Anfang. Auch weitere im Haushalt vorhandene, aber bisher unbesetzte Stellen, möchten wir aktiv mit Kolleginnen und Kollegen besetzen. In Zeiten von Fachkräftemangel und Konkurrenz, insbesondere innerhalb von Verwaltungen, sollten alle Möglichkeiten bei der Schaffung von Perspektiven für unsere Kolleginnen und Kollegen ausgeschöpft werden.
Durchlässige Laufbahnen und Aufstiegschancen
Die Durchlässigkeit der Laufbahnen ist ein geltendes Recht. Die Attraktivität des zweiten Einstiegsamtes muss durch mehr Aufstiegschancen in das dritte Einstiegsamt gestärkt werden. Wir setzen uns auch für den Ausbau von Fortbildungsqualifizierungen (FQS) in das vierte Einstiegsamt ein. Eine regelmäßige FQS in allen Laufbahngruppen führt zu einer Entlastung des Bewerberdrucks auf die Endstufen in den jeweiligen Gruppen. Wir setzen uns für die FQS der Kolleginnen und Kollegen ein, die sich über Jahre mit ihrer Tätigkeit bewährt haben und durch den Wechsel in die höhere Laufbahn ihr Wissen und die Erfahrung weiterhin einbringen.
Höhergruppierungsmöglichkeiten für alle Beschäftigten nutzen; IT-Bereich stärken
Die im Haushalt vorhandenen Höhergruppierungsmöglichkeiten müssen im Sinne der Beschäftigten Anwendung finden. Wir möchten diese Möglichkeiten zusammen mit der Dienststelle und den Kolleginnen und Kollegen ausschöpfen. Auch in diesem Personenkreis muss es Perspektiven und eine angemessene Entlohnung für gute Arbeit geben.
Durch den extremen Fachkräftemangel im IT-Bereich und die starke Konkurrenzsituation zu den privaten Arbeitgebern sowie zu anderen Verwaltungen, insbesondere am Dienstort Koblenz, muss nach Lösungen für eine attraktive Bezahlung in diesem Bereich gesucht werden. Gute IT-Kräfte wirken sich positiv in allen Bereichen der VermKV aus und sorgen bei allen Kolleginnen und Kollegen für bessere Arbeitsbedingungen.
Anpassung der Wartezeit und Ausschreibungspraxis für Funktionsstelleninhaber
Bedingt durch den Generationenwechsel, den wir gerade größtenteils im dritten Einstiegsamt erleben, bekommen oft junge Nachwuchskräfte früh in ihrer Karriere die Chance eine Funktionsstelle oder Fachgruppenleitung zu erhalten. Die in der öffentlichen Verwaltung durch Gesetze und Vorschriften vorgegebene Einstellungspraxis ermöglicht uns die Chance, frischen Wind in die Führungskultur der VermKV zu bringen.
Das starre Festhalten an der Wartezeit für diesen Personenkreis muss überdacht werden. Die qualifizierten Kolleginnen und Kollegen die sich in einem Auswahlverfahren durchgesetzt haben, sollten kürzere Wartezeiten für eine Bewerbung auf ausgeschriebene Beförderungsstellen haben.
Wir fordern eine Anpassung der Ausschreibungspraxis. Es ist nicht verständlich, warum bei der Ausschreibung von Funktions- oder Leitungsstellen starr auf das Besoldungsamt geschaut wird und nicht auf die tatsächliche Berufserfahrung der Kolleginnen und Kollegen. Die oben bereits beschriebene Situation kann dazu führen, dass in Funktions- und Leitungspositionen langjährig erfahrene Kolleginnen und Kollegen bei Ausschreibungen von vornherein ausgeschlossen werden. Ob bereits eine notwendige Besoldungsgruppe erreicht wird, ist stark von Alter und Haushaltssituation abhängig, während das Erreichen einer Funktions- oder Leistungsstelle viel mehr von fachlicher und persönlicher Leistung geprägt ist.
Stärkung des Außendienstes
Der vermessungstechnische Außendienst kann nicht ohne Messgehilfinnen und Messgehilfen funktionieren. Insbesondere gehören die Neueinstellung und die Qualifizierung dieser Kolleginnen und Kollegen dazu. Der Einsatz von Nachwuchs-Geomatikerinnen und -Geomatikern kann nicht die langfristige Lösung sein. Vor allem, weil dadurch die Fluktuation in dieser Tätigkeit zu hoch ist. Vielmehr sollte sich für ein angemessenes Einstiegsgehalt eingesetzt werden.
Insgesamt muss weiterhin am Erhalt und der Stärkung des Außendienstes gearbeitet werden. Vielfach ist zu beobachten, dass bereits bestehende öffentlich bestellte Vermessungsbüros keine Nachfolger finden. Dies ist vor allem im ländlichen Raum der Fall. Unser vermessungstechnischer Außendienst garantiert die Erbringung der Vermessungsdienstleistung für unsere Bürgerinnen und Bürger. Außerdem dient er in hohem Maße dazu, die politische und gesellschaftliche Erwartung an unsere Verwaltung zu erfüllen. Letztlich sichert er unserer Verwaltung die Expertise auch zukünftig qualitativ eine gute Ausbildung anbieten zu können und das notwendige Wissen zur Führung des Liegenschaftskatasters zu vermitteln.
Positives zum Schluss – bereits geschaffene Perspektiven
Nach der Wahl ist vor der Wahl – gemäß diesem Motto beschäftigen wir uns beim LFU mit Zielen und Forderungen für die nächste Wahlperiode und dies nicht erst seit dem Wahltermin für den 20.05.2025 feststeht! Allerdings führt dies hin und wieder dazu, dass die aktuellen Entwicklungen unter Mitwirkung unserer LFU-Vertreterinnen und -Vertreter im BPR und den Arbeitskreisen, unsere Vorhaben überholen – was durchaus positiv zu sehen ist…
Perspektive in der Abteilung 3
Eine langfristige Perspektive für das dritte Einstiegsamt in der Abteilung 3 – Bodenmanagement gab es lange Zeit nicht. Damit geht ein Verlust von Erfahrungswissen in diesem Tätigkeitsfeld einher. Wir setzen uns zum Ziel, dies zu ändern. Mittlerweile wurde eine Funktionsstelle mit Aufstiegsmöglichkeiten nach A13 in der Fachgruppe 3.2 als Fachkarriere geschaffen. Wir begrüßen diese aus unserer Sicht positive Entwicklung.
Arbeitszeitkonto
Auch die Schaffung eines Lebensarbeitszeitkontos stand auf unserer Agenda und gehört für uns zur Schaffung eines guten Arbeitsumfeldes. Auch hier hat sich mittlerweile etwas getan. Wir möchten die Testphase des Langzeitkonto aktiv begleiten und mitgestalten. Wir setzen uns für ein flexibles und mitarbeiterfreundliches Modell ein. Die Vereinbarkeit von Beruf und Leben wird dadurch gestärkt.
Alle Informationen zum aktuellen Stand findet ihr unter:
Mitarbeiterinformation zum Langzeitkonto