Neben den in unserer letzten Info veröffentlichten Möglichkeiten zur Schaffung von Perspektiven gibt es weitere wichtige Themen, für die sich unsere LFU-Vertreterinnen und -Vertreter auf den Wahlvorschlagslisten im BPR und den Arbeitskreisen engagieren möchten. Wir sehen großes Potenzial darin, das tägliche Arbeitsleben zu vereinfachen, indem wir sowohl auf den aktuellen Stand der Technik zurückgreifen als auch das Personal gezielt an diese Technologien heranführen. Der berufliche Alltag und das Arbeitsumfeld beeinflussen unsere Gesundheit und müssen regelmäßig überprüft werden. Ein weiterer Schwerpunkt ist der große Informationsbedarf unserer jungen Nachwuchskräfte sowie der Kolleginnen und Kollegen, die kurz vor dem Eintritt in den Ruhestand stehen.

Mitarbeitende für die digitale Transformation stärken
Wir haben uns in den letzten Jahren stark für die Digitalisierung eingesetzt. Diese ist in der VermKV längst angekommen und schreitet stetig voran. Neben der Optimierung und Vereinfachung von Arbeitsabläufen bietet sie zahlreiche weitere Vorteile. Allerdings ergeben sich auch Herausforderungen aus den neuen Technologien und der neuen Arbeitswelt. Wir wollen den Prozess positiv begleiten, fordern aber von der Dienststelle ein, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht aus den Augen zu verlieren. Die Menschen müssen im Fokus bleiben, auch in eine Zukunft, die noch digitaler wird.
„Wer die Digitalisierung erfolgreich gestalten will, muss alle Mitarbeitende mitnehmen“.
Die künstliche Intelligenz übernimmt dabei eine große Rolle. Unsere Kolleginnen und Kollegen müssen gezielt geschult werden, um von diesen Entwicklungen zu profitieren. KI sollte assistierend eingesetzt werden und nicht den Menschen ersetzen. Die Digitalisierung darf nicht zur Hürde und somit zum Nachteil werden.
Mobiles Arbeiten u. Telearbeit erhalten und transparent gestalten
Die flexiblen Arbeitsmöglichkeiten sind zu einem festen Bestandteil geworden und nicht mehr wegzudenken. Die Nachfrage nach mobilem Arbeiten ist sehr groß und sollte in der jetzigen Form beibehalten werden. Wir fordern von der Dienststelle aber auch ein, konstruktive Lösungen für Präsenzaufgaben, wie Ausbildung, Service oder Außendienst, zu suchen. Kolleginnen und Kollegen in solchen Aufgabengebieten sollten keinen Nachteil haben. Bzw. sollten diese Aufgaben durch fehlende Lösungen für die Vereinbarkeit von dienstlichen Erfordernissen und dem Wunsch nach mobiler Arbeit nicht unattraktiv werden. Hier heißt es nicht wegzuschauen, bis Konflikte auftreten, sondern gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nach guten Lösungen zu suchen, um den Bedürfnissen beider Seiten gerecht zu werden.
Auch die Telearbeit wird gerne genutzt. Aufgrund des demografischen Wandels werden immer häufiger Fachgruppenleitungen von jungen Nachwuchskräften übernommen, bei denen familiäre Gründe für die Beantragung von Telearbeit vorliegen. Natürlich treten solche Gründe genauso auch bei erfahreneren Führungskräften auf. Zu einer familienfreundlichen Verwaltung gehört die Gleichbehandlung von Mitarbeitenden und Führungskräften. Auch Führungskräfte gehören zu den potenziellen Nutzern von Telearbeit. Wir fordern daher auch Führungskräften die Möglichkeit von Telearbeit an drei Tagen pro Woche zu eröffnen, wenn nachvollziehbare Gründe, z. B. Betreuungsaufgaben im familiären Umfeld, vorliegen.
Technische Ausstattung modernisieren
Flurgespräche, kurze Absprachen und die gemeinsame Bearbeitung komplexer Sachverhalte waren früher allgegenwärtig. Die neuen Arbeitsmethoden (Telearbeit, mobiles Arbeiten) erfordern eine moderne Softwareausstattung. Es muss eine Technik angeschafft werden, die mit den Bestimmungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) vereinbar ist. Ebenso muss die Telefonanlage über Internettelefonie gesteuert werden. Umleitungen auf private Mobil- oder Festnetznummern müssen der Vergangenheit angehören. Bestrebungen diese Techniken zu beschaffen, gibt es von der Dienststelle schon längere Zeit. Der Bedarf ist längst überfällig. Wir fordern an dieser Stelle, eine zeitnahe Ausstattung mit modernen Kommunikationsmitteln.
Umsetzung der Konzeptionierung OnBoarding
In der VermKV werden zunehmend neue Mitarbeitende in verschiedenen Bereichen wie IT und Verwaltung eingestellt. Hierfür wurde bereits das Konzept „OnBoarding“ entwickelt. Wir erleben jedoch immer wieder, dass Kolleginnen und Kollegen welche das OnBoarding durchlaufen, nicht von dem bestehenden Konzept profitieren konnten oder es von den Dienststellen erst gar nicht gelebt wird. Es werden nicht zielführende Lerninhalte vermittelt und ein Einblick in die verschiedenen Abteilungen und deren Tätigkeitsfelder fehlt vollständig. Wir sehen Überarbeitungsbedarf bei der Umsetzung des Konzepts und möchten uns aktiv daran beteiligen.
regelmäßige Pensionsberatung durch das LfF
Leider besteht bei Beamtinnen und Beamten ab dem 60. Lebensjahr lediglich einmalig die Möglichkeit eine Versorgungsauskunft einzuholen. Eine Versorgungsberatung sollte für aktive Beamte ab dem 60. Lebensjahr jährlich angeboten werden. Diese könnte vom Landesamt für Finanzen durchgeführt werden, um unter anderem über ruhegehaltfähige Dienstzeiten, Teilzeitbeschäftigung und Wehrdienstzeiten zu informieren. Wir fordern die Dienststelle auf, sich gemeinsam mit der Personalvertretung, für mitarbeiterfreundliche Lösungen einzusetzen.
Wertschätzungskultur aktiv leben (alters- und geschlechtsunabhängig)
In unserer Verwaltung, in der Menschen unterschiedlichen Alters und Geschlechts zusammenarbeiten, ist die Wertschätzung ein unverzichtbarer Bestandteil für ein positives und produktives Arbeitsumfeld. Leider müssen wir feststellen, dass Kolleginnen und Kollegen immer wieder die Erfahrung machen, dass ihre Leistungen und Beiträge nicht ausreichend anerkannt werden. Dies ist ein Zustand, der dringend verbessert werden muss. Leistungen und Beiträge jedes Einzelnen sind anzuerkennen und zu würdigen. Hier gilt es bestehende Konzepte und Aktionen auch mit Leben zu füllen – Plakate aufhängen alleine reicht nicht aus!
Zeitnahe Wiederholung der psychischen Gefährdungsbeurteilung
Jeder Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, die psychische Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. Die Befragung im damaligen Verfahren fand 2018 statt und die Veröffentlichung der Ergebnisse erfolgte 2019. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass Maßnahmen umgesetzt werden müssen. Nur durch eine regelmäßige Wiederholung kann eine Veränderung der Arbeitsbedingungen festgestellt werden. Es handelt sich hierbei um einen kontinuierlichen Prozess. Es ist daher dringend erforderlich, diese Beurteilung zeitnah in einem vergleichbaren Verfahren zur letzten Gefährdungsbeurteilung zu wiederholen. Wir fordern außerdem einen Turnus von zwei bis maximal drei Jahren.
Regelmäßiges Vorgesetztenfeedback
Führungskräfte können das Vorgesetztenfeedback nutzen, um ihr Führungsverhalten in der Beziehung zu den Mitarbeitenden zu verbessern. Hiervon kann die gesamte Verwaltung profitieren. Um diesen Veränderungsprozess stetig weiterzuentwickeln, ist eine regelmäßige Wiederholung des Feedbacks erforderlich. Das Vorgesetztenfeedback sollte im Rhythmus von drei Jahren als fester Bestandteil unserer Personalentwicklungsmaßnahmen durchgeführt werden. Schon allein durch die Fluktuation bei unseren Führungskräften ist dies dringend notwendig und sollte selbstverständlich sein. Wenn die aktuell durchgeführte Runde eine Momentaufnahme bleibt, erhalten junge Führungskräfte nie die Chance ihr Führungsverhalten zu reflektieren und positiv daran zu arbeiten.
Wir als LFU schlagen vor, das Vorgesetztenfeedback als ein Verfahren in engem Zusammenspiel mit der psychischen Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. Die Verfahren können im Anschluss differenziert ausgewertet werden. So lässt sich ein regelmäßiger Zeitplan erarbeiten, der sich mit dem neu geplanten Beurteilungsverfahren vereinbaren lässt. Wir setzen uns für die psychische Gefährdungsbeurteilung und das Vorgesetztenfeedback ein und möchten Sie zur Teilnahme ermutigen.
Gemeinsam für eine zukunftsorientierte und mitarbeiterfreundliche VermKV
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
es ist an der Zeit, dass wir gemeinsam die Initiative ergreifen und uns für eine moderne, transparente und mitarbeiterorientierte VermKV einsetzen. Lasst uns gemeinsam diese Ziele verfolgen und eine Arbeitsumgebung schaffen, in der wir uns alle wohlfühlen und unser Potenzial voll entfalten können. Eure Unterstützung ist entscheidend, um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen.